Samstag, 31. Mai 2014

Das Geheimnis von Ella und Micha (von Jessica Sorensen) #rezensiert




Buchtitel: Das Geheimnis von Ella und Micha
Autor/in: Jessica Sorensen
Verlag: Heyne
Seitenanzahl: 288 (Taschenbuch)
Preis: 8,99 Euro
ISBN: 9783453417724

Erscheinungstermin: 11.11.2013



Inhalt: 

"Ella liebt Micha, und Micha liebt Ella – es könnte so einfach sein. Doch Ella will mit ihrem alten Leben, das es nicht immer gut mit ihr gemeint hat, endlich abschließen. Sie zieht in eine andere Stadt, beginnt mit dem College und will alles vergessen. Vor allem auch Micha. Doch die Vergangenheit lässt sie nicht los, und ihre Gefühle sind stärker als jede Vernunft."



Rezension:

Der erste Blick fällt auf das Cover und mein erster Gedanke war, dass es sich bei diesem Buch um eine klassische Liebesgeschichte handelt. Vielleicht handelt das Buch von der ersten Liebe? Einer richtig kitschigen Romanze?
Liest man nun den ersten Satz auf der Rückseite des Buches ("Ella liebt Micha, und Micha liebt Ella") könnte diese Vermutung tatsächlich zutreffen. Doch handelt dieses Buch keineswegs von Kitsch, Romantik oder der Liebe auf den ersten Blick.

Vielmehr geht es um ein junges Mädchen - Ella - die bereits schwere Schicksale in ihrem Leben erleiden musste und die mit aller Kraft versucht einen Neuanfang zu erzwingen und darin hat Liebe eigentlich noch garkeinen Platz.
Ella ist eine sehr starke Charaktere, die trotz ihrer inneren Zerrissenheit nach außenhin sehr unnahbar scheint. Schon früh hat sie gelernt auf eigenen Beinen zu stehen.

Stellenweise wirkt Ella jedoch sehr gefühlskalt, da man anfangs noch wenig Hintergrundinformationen erhält. Trotz ihrer Liebe zu Micha ist sie einfach aus ihrer Heimat verschwunden und hat ein neues Leben begonnen und man fragt sie die ganze Zeit: Wieso? Wieso gönnt sie sich die Beziehung nicht und wieso hat sie ihr Zuhause hinter sich gelassen?
Jedoch ist es sehr interessant nach und nach zu erfahren, was sie zu dieser (durchaus nachvollziehbaren) Entscheidung bewogen hat und dies macht die Geschichte sehr lesenswert.

Mit Micha dagegen hatte ich anfangs ziemlich Mitleid. Er trauert Ella sehr nach und sein Leben besteht quasi nur noch aus der Suche nach ihr. Er hat sein komplettes Leben pausiert und nicht einmal sein bester Freund schafft es, ihn aus diesem Loch zu befreien.
Ich empfand diesen Charakter als unglaublich warmherzig und sympatisch, weil er immer zu Ella gestanden hat (die nebenbei bemerkt seit seiner frühesten Kindheit seine beste Freundin ist), auch wenn man seine Beweggründe nicht immer nachvollziehen konnte. Natürlich kommt er dadurch auch ein wenig naiv rüber, aber Liebe macht nunmal manchmal blind und meiner Meinung nach sollte man lieber einmal mehr, als zu wenig kämpfen.

Allgemein ist die Geschichte der beiden sehr schön und hat auch viel zum nachdenken angeregt. Denn beide Hauptpersonen kommen aus einem sozialschwachen Umfeld und haben bereits einige schlimme Erfahrungen im Leben erlebt, doch trotzdem sind sie daran nicht zerbrochen, sondern schlagen sich erstaunlich gut.
Auch die Zusammenführung von Ella und Micha hätte besser nicht sein können. Die Autorin hat sich Zeit gelassen und die beiden haben sich nur langsam angenährt, was in der Situation wesentlich realistischer erscheint, als wenn sie sich direkt in die Arme gefallen wären. Auch die Einblicke, die man aus der gemeinsamen Vergangenheit der beiden bekommt, sind sehr gut gewählt und vor allem passend platziert im Buch.

Insgesamt hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich bin gespannt auf den nachfolgenden Band und wie es mit Ella und Micha weitergehen wird.


Bewertung:

8 von 10 Punkte

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